Sommerjauchzer

In lichten Dunst hat dieser Sommermorgen
den See und seine Ufer noch verhüllt,
so hält er seine Schönheit zart verborgen,
die bald dem Auge prall entgegenquillt.

Des Weinlaubs zartes Grün dreht sich zur Sonne,
rot glänzt die Last der Kirschen unterm Laub,
gelb, lila blau, blüht wilder Wiesen Wonne,
hoch schwebt der Bussard über seinem Raub.

Die Rosenbüsche neigen sich hernieder,
gebeugt von ihrer roten Blüten Pracht,
Stockros' und Kerze recken stolz sich wieder,
der Nelken Duft entfaltet seine Macht.

Im flüssgen Gold des Sees ziehn weiße Segel
so still dahin, wie Wolken durch das Blau,
die folgen stets des Sommerwindes Regel,
der warm umschmeichelt grüne Trift und Au.

So zärtlich, wie der Sommerwind enthüllet,
des Wachsens Reichtum in dem blühend' Land,
wird meine Seele von der Lieb' erfüllet,
die an des Freundes Herz so sanft mich band.